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Klettergebiet "Steinschab" bei Hallenberg


Klettergebiet Steinschab
Das Klettergebiet Steinschab wurde im Jahr 2006 zum Klettern eingerichtet und gehört zu den Ursprungsgebieten der "neuen" Kletterregion Sauerland. Die Felsplatten aus Grauwacke liegen direkt an der Bundesstraße B 236 rund einen Kilometer nordwestlich von Hallenberg in Richtung Winterberg.

Überwiegend Plattenkletterei
Die Grauwackeplatten bieten gut gesicherte Routen (im Jahr 2019 saniert). In der Regel ist Reibungsklettern auf strukturarmen Platten angesagt und die Schwierigkeit der Routen liegt zwischem 4. und 7. Grad (UIAA-Skala).

Die Kletterlänge liegt bei insgesamt rund 50 Metern je Route und ungefähr in Routenmitte sind Zwischenstände eingerichtet, so dass ein 60 Meter-Seil benötigt wird. Bei der Route "Nuppie Keile" sind in der zweiten Seillänge mobile Klemmgeräte (Stopper und evt. kleine Friends) nötig. Die Kletterfelsen sind südseitig ausgerichtet, trocknen schnell ab und sind durchaus für Kinder und Kurse geeignet.

Sanierungsarbeiten im Klettergebiet:
Das Klettergebiet Steinschab musste in den vergangenen Jahren bis zum Herbst 2019 komplett saniert und wichtige Felssicherungsmaßnahmen mussten durchgeführt werden. Wie notwendig diese Arbeiten waren, zeigen die Bilder rechts, auf denen zu sehen ist, wie ein großes Plattenstück in Richtung Wandboden rutscht. Die Arbeiten wurden maßgeblich von Albrecht (Ali) Saßmannshausen und Markus Schneider vom DAV Hochsauerland durchgeführt. Seit dem Jahr 2020 ist das Klettergebiet Steinschab wieder für das Klettern freigegeben.

Anfahrt, Parkmöglichkeit und Zugang: Mit dem PKW von Winterberg die B 236 fahren in Richtung Winterberg. Etwa 5 km hinter Züschen befindet sich der Steinschab direkt an einer Einbuchtung an der Bundesstrasse. Parkmöglichkeiten befinden sich direkt auf einem Parkplatz zwischen Bundesstraße und der Felswand. Der Zugangsweg beträgt rund 100 Meter.

Hinweise zum naturverträglichen Klettern

Fotos der Sanierungsarbeiten ...






Touristische Informationen:
http://www.hallenberg-tourismus.de

Text von Markus Schneider, einem der Haupterschließer und Sanierer, zur Sanierungsgeschichte des Klettergebiet Steinschab (April 2020):
"Mit dem Mountainbike fahrend komme ich von der Ziegenhelle in Richtung Süden und befinde mich auf breitem Forstweg in dem großen hessischen Buchenforst nördlich von Battenberg. Meine Gedanken sind, wie schön wäre es jetzt an einem kletterbaren Kalkfelsen vorbeizukommen oder einen schönen Biketrail zu fahren. Immerhin kam direkt ein Trail: Nach meinen Gedanken tauchte ein perfekter Supertrail auf und meine Felsen sollte ich bald nach der Ziegenhelle finden. Zwar kein Kalkfels, dafür aber die Grauwackeplatten des Steinschabs.
Schon bei der ersten Erschließung im Jahr 2006 war ich mit dabei, nach der dort viel geklettert wurde. Aber der Steinschab mit seiner Plattenkletterei geriet durch die Eröffnung weiterer Klettergebiete im Sauerland ein wenig in Vergessenheit. Später kam dann die Sperrung durch gefährliche Felsausbrüche.
Der Steinschab sollte saniert werden - aber alles lief sehr schleppend an. Bis Ali Saßmannshausen die Verantwortung übernahm. Er stellte ein Team zusammen, lose Blöcke wurden ins Tal befördert und es wurden tiefe Felssicherungsanker eingebohrt. Die Beräumungen und Sicherungen waren im Sommer 2019 fertig und anschließend ging es an das Ausschecken und Einbohren der neuen Routen. Es kam mir vor, als würde ich ein komplett neues Gebiet einbohren.
Im linken Bereich habe ich die Tour Äne gitt noch neu gelegt und die Tour Fachbeirodsdreffe aufgrund der neuen Felsstruktur etwas verlegt. Der Oberrheintalgruß wurde zum Rheinfrankengrüß in fast neuer Linie - ein schöner Fünfer. Zum Ende des Jahres 2019 waren die Arbeiten fertig, aber zu den Erstbegehungen ist es aufgrund der Witterung nicht mehr gekommen. Im März 2020 wurden die Routen dann nochmal bereinigt, die Tour Fachbeirodsdreffe bekam noch einen Haken und anschließend konnten alle Routen erstbegangen werden. Jetzt hoffe ich, dass die Corona-Endzeitstimmung bald vorbei ist, sodass viele Kletterer mit Freude und Genuss die neuen Routen klettern können."


Topoübersicht: Klettergebiet Steinschab bei Hallenberg
Routenlänge: bis zu 50 Meter

Klettergebiet Steinschab - Routenübersicht

1. Brandblase

2. Elefantenlaib
3. Fachbeirodsdreffe
4. Äne gitt noch
5. Nuppie Keile
6. Rheinfrankengrüß
7. Ikea Rutsche
8. Insen liewe Ferschd
9. Maulworf
10. Streidtwaald
11. Es Drama om Gaulskopp
12. Bämcheschossi
6+ / 5+

7- / 5
6+ / 5
6 / 5
5+ / 4
5 / 5
4 / 5
4 / 5
4 / 5
4 / 5-
5 / 5
5-
Bis zum 3. Haken schwerer, rechts der Haken klettern,
zum Ende wird es nochmal schwer
gut gesichterte 6+ Route, Name ist Programm


Keile und Friends für zweite Seillänge
Genussfünfer
Oben wird es nochmal spannend




Eine Seillänge

Ein paar Informationen zu den Routennamen: Als im 17. Jahrhundert Wittgensteiner von Bad Berleburg über die Wallershöhe in Richtung Hallenberg zogen, um Eigentumsrechte zu beanspruchen, kam es zu Auseinandersetzungen und ein Pferd des Wittgensteiner Grafen verlor sein Leben. Der Kopf des Pferdes wurde als Warnung und Siegeszeichen an einem Baum gehängt. Daher nennt man diesen Ort noch heute "Gaulskopf". Der genau Grenzverlauf wurde vor rund 200 Jahren mitten durch den Streitwald zwischen den Ortschaften Wunderthausen und Hallenberg gezogen.
Bämcheschossi = Bäumchenweg. Schosse ist eingewittgensteinert und stammt vom Wort "Chaussee".

Klettergebiet Steinschab - Anfahrt, Parkhinweis



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